Rumänienbesuch 1973 (Video 21 min.)


Einzigartiges Dokument kurz vor dem Exodus der Billeder und Banater Deutschen

Dr. Johann Braun (Nr. 306) zählt zu den rund 300 Billeder Deutschen, die, infolge der Nachkriegssituation, im Westen geblieben sind. Im Sommer 1973 unternehmen er und sein Bruder Josef mit ihren Familien eine Reise nach Rumänien zu ihren Verwandten, den Familien Thöress (Nr. 252, 352). Mit dabei hatte Johann Braun eine Amateur-Filmkamera - leider ohne Ton, denn das war der damalige Stand der Technik.

Rund 30 Jahre nach dem Krieg hatte sich die Situation der Banater Deutschen entspannt. Stolz präsentieren die Billeder Cousins ihren Cousins aus Deutschland ihre einträglichen Paprika-Plantagen und Maiskulturen. Am üppig gedeckten Tisch im berankten Laubengang hat man sich viel zu erzählen. Der eiserne Vorhang ist - wenn auch nur in einer Richtung - löchrig geworden, alles scheint gut und besser zu werden.

Beim Streifzug durch Temeswar kann sogar von der Dachterrasse des damals exklusiven Hotels "Continental", freilich durch Schmiergeldzahlung, gefilmt werden. Weitere Szenen zeigen die Kirchweih in Triebswetter. Mit ihren "Deitschlänner-Luxusautos" und zusammen mit den Teenagern ihrer Verwandten unternehmen die Braun's noch eine mehrtägige Rundreise. Über Hermannstadt und Kronstadt in Siebenbürgen geht es in Richtung Süd-West, entlang an der Donau, wieder zurück.

Durch die Perspektive eines West-Besuchers zeichnet Dr. Johann Braun alltägliche Begenungen mit Menschen und Situationen auf, die den in Rumänien lebenden erst gar nicht auffallen. Es sind die ersten bekannten, bunten Bewegtbilder von einem Billeder. Ein einzigartiges Dokument aus einer unbekümmerten Zeit, als noch niemand ahnt, dass der große Ausverkauf und Exodus der Billeder und Banater Deutschen kurz bevorsteht.