Gedenkveranstaltung 75 Jahre seit der Baragandeportation
Bericht von Werner Gilde
Die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Baragan‑Deportation fand am Samstag, den 27. Juni um 14:00 Uhr auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe am Billeder Gedenkstein sowie in der Kirchengemeinde St. Hedwig in der Waldstadt statt. Trotz der außergewöhnlichen Hitze kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher zusammen, um der Opfer der Deportation von 1951 zu gedenken und die Erinnerung an dieses Kapitel der Banater Geschichte wachzuhalten.
Ein würdiger Auftakt am Billeder Gedenkstein.
Die Blechbläser des Bläserchors St. Peter und Paul Mühlburg e.V. eröffneten die Feier mit dem Stück „Über den Sternen“ und schufen einen feierlichen Rahmen. Werner Gilde, Vorsitzender des Kreisverbandes der Banater Schwaben Karlsruhe, begrüßte die Anwesenden und erinnerte an die Bedeutung des Gedenkens für die Gemeinschaft. Anschließend sprach die Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach, die die Verbundenheit der Stadt mit den Banater Schwaben hervorhob und die historische Verantwortung betonte, die Erinnerung an die Deportation lebendig zu halten. Der Chor der Banater Schwaben Karlsruhe trug „Näher, mein Gott, zu dir“ vor, gefolgt vom Gedicht „Frage der Enkel“ von Margarethe Weber, eindrucksvoll vorgetragen von Kerstin Klein.
Ein zentraler Moment war die Kranzniederlegung durch die ehemaligen Deportierten Elisabeth Quint und Franz Schadeck, begleitet vom traditionellen Lied „Ich hatte einen Kameraden“. Der Chor setzte mit „Leise sinkt der Abend nieder“ einen weiteren musikalischen Akzent. Elisabeth Luckhaub sprach ein Gebet, das die Gedanken der Anwesenden bündelte und den Friedhofsteil der Gedenkfeier würdevoll abschloss. Den Abschluss bildete das Stück „Die güldene Sonne“ der Blechbläser. Positiv zu erwähnen ist, dass eine Fahnenabordnung von der HOG Jahrmarkt teilgenommen hat.
Fortsetzung in St. Hedwig – Berichte, Bilder, Erinnerungen.
Nach Kaffee und Kuchen wurde die Gedenkfeier in der Kirchengemeinde St. Hedwig fortgesetzt. Dort standen persönliche Berichte und historische Einordnungen im Mittelpunkt, welche von musikalischen Beiträgen des Chors unter der Leitung von Sonja Salman umrahmt wurden.
Walter Schneider beleuchtete den politischen Hintergrund der Deportationen und ordnete die Ereignisse historisch ein.
Astrid Ziegler präsentierte einen Brief ihres Urgroßvaters an seine Enkel aus der Verbannung, ergänzt durch eindrucksvolle Fotografien mit KI farblich rekonstruiert durch Hans Rothgerber.
Der Bericht von Johann Steiner, der sich wegen der extremen Hitze nicht auf den Weg gemacht hatte, wurde von Gerlinde Gilde verlesen. Er schilderte die Deportation aus der Perspektive eines Dreijährigen und machte das Leid der Familien eindringlich spürbar. Der vorbereitete Fotovortrag von Hans Rothgerber, die historischen Aufnahmen aus der Deportation mithilfe moderner KI‑Technik farblich rekonstruiert hatte, konnte aus zeitlichen Gründen nicht mehr gezeigt werden. Die Bilder gelten als besonders eindrucksvoll, da die farbliche Aufarbeitung die Szenen der Verbannung deutlich unmittelbarer wirken lässt. Der Kreisverband dankt Hans Rothgerber ausdrücklich für seine Arbeit und wird versuchen, den Vortrag zu einem späteren Termin nachzuholen, damit die Öffentlichkeit die Möglichkeit erhält, diese wichtigen Bilddokumente in angemessenem Rahmen zu sehen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die die Gedenkfeier organisatorisch begleitet haben.
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