Der Kalvarienberg, das Wahrzeichen der Gemeinde Billed
Artikel aus dem Heimatblatt 1994
Die sich in längeren Reihen, auch gruppenweise über den gesamten Boden der Banater Heide und noch weit darüber hinaus erstreckenden Hügel sind bis heute kaum erforscht.
Der bekannteste und weithin sichtbarste dieser Hügel liegt an der Torontaler Landstraße, etwa 1 km südöstlich des Billeder Gemeinderandes. Dieser 8 m hohe und 50 m im Durchmesser recht ansehnliche Hügel wird wegen der auf ihm erbauten Kreuzwegstationen "Kalvarienberg" genannt.
In etwa 4 km Entfernung befinden sich der "Mässebach Hiwl" gegen Kleinjetscha und der "Schorsche Hiwl" gegen Knees. Der Kalvarienberg ist der wichtigste und besterhaltene dieser Hügel, alle anderen haben durch Erosion und Abackerung bedeutend an Höhe eingebüßt und sind abgeflacht.
Johann Jakob Ehrler hat in seinem Bericht "Das Banat vom Ursprung bis jetzo -1774" diese Hügel als Banater Kuriositäten erwähnt und zwei Arten unterschieden: aus der Römerzeit und aus der Völkerwanderungszeit. Andere Autoren sprechen von Türken-, Kumanier- oder Awarenhügeln, um die im Volk vielerlei Sagen gesponnen wurden.
Die genaue Erschließung der 201 von Menschenhand aufgetragenen Erdhügel im Südwesten Rumäniens wird neuerlich durch Forschungsarbeiten angestrebt.
Die erste Nachricht über ein kirchliches Denkmal auf diesem Hügel liefert der 1837 abgefaßte Visitationsbericht des Bischofs der Tschanader Diözese Joseph Lonovics, der das "Kreuz auf Kleinbetschkerek zu gelegenen Hügel" erwähnt, zu dem alljährlich am Karfreitag um sechs Uhr morgens eine Prozession pilgerte. Der ab 7. November 1845 in Billed amtierende Pfarrer Paul Novak ließ auf diesem Hügel einen "ins Auge fallenden Kreuzweg" erbauen, wahrscheinlich zwischen 1869 und 1872.
Die damals auf dem Hügel neben der Landstraße errichteten 14 Kreuzwegstationen mit dem Hauptkreuz waren aus Ziegelsteinen erbaut und so viele Jahrzehnte hindurch wetterbeständig.
In Billed war es zur Tradition geworden, am Karfreitag vormittag, am Dreifaltigkeitssonntag nachmittag
und in Dürreperioden von der Kirche aus eine Prozession zum Kalvarienberg vorzunehmen. 1996 wurde der Kalvarienberg restauriert.
(gekürzter Beitrag aus dem Heimatblatt 1994)
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