Peter Krier zum 80. Geburtstag


Peter Krier zum 80. Geburtstag


  • Peter Krier in der Bildmitte
  • Trachtenball im Februar 1970 in Billed
  • Empfang des Bayerischen Landesvorsitzenden Peter Krier bei Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber um die Jahreswende 2002
  • 16. Billeder Heimattreffen am 14.05.2005 in Karlsruhe
  • 240. Jahresfeier seit der Gründung der Gemeinde am 21.08.2005 in Billed
  • Prinz-Eugen-Nadel für Peter Krier 2008 in Ulm
  • 18. Billeder Heimattreffen am 30.05.2009 in Karlsruhe
  • Peter Krier beim 19. Billeder Heimattreffen 2011 in Karlsruhe
  • Peter Krier beim 20. Billeder Heimattreffen am 18.05.2013 in Karlsruhe
  • 11. Heimattage der Banater Deutschen am 26.05.2013 in Temeswar auf dem Domplatz
  • Ehrennadel in Gold  für Peter Krier bei den Banater Heimattagen 2013
  • Ehrenrunde für Peter Krier beim 10. Herbstfest der Blaskapelle am 21.09.2013 in Nürnberg

Dem rastlosen Kämpfer zum Wohle seiner Banater Landsleute

Er ist einer von uns und doch so viel aktiver, einsatz- und opferbereiter als wir, konsequent und zäh im zielstrebigen Kampf für die Gemeinschaft der Banater Landsleute, für die Pflege und den Erhalt ihrer materiellen und geistigen Werte, ihrer Sitten und Gebräuche, ihrer Tradition. Dabei musste er manchmal auch Ecken und Kanten hervorkehren, Missgunst und Neid erfahren. Doch unbeirrt setzte er seinen Weg fort, verfolgte selbstlose Ziele über Jahrzehnte hinweg, ohne Rücksicht auf Alter und Gesundheit, kennt Bequemlichkeit nicht, ist stets im Einsatz für Heimat und Landsleute.

Am 22. Januar 1935 in Billed (Banat) geboren, ist er der Sohn von Maria und Peter Krier, Maschinenschlosser im Ort. Hier besuchte der Junior die Grundschule, wurde aber durch die politische Wende kurzfristig, unvorbereitet aus dem Deutsch- in den Rumänischunterricht versetzt, was nicht problemlos verlief.
Lerneifer und Zielstrebigkeit ermöglichten ihm jedoch anschließend den Besuch des Victor-Babes-Gymnasiums in Temeswar und der Technischen Mittelschule, die er als staatlich geprüfter Techniker abschloss.
Nach geleistetem Militärdienst heiratete Peter Krier 1959 die Billederin Barbara Alexius. Ihre Kinder Monika, geb.1960, und Gerhard (1962) und die fünf Enkelkinder sind heute der ganze Stolz des Jubilars und seiner lieben Frau, die oft mit den häuslichen Problemen allein gelassen war, weil ihr, von vielen Menschen geschätzter Mann mit auswärtigen Aufgaben zu kämpfen hatte.
Durch das Fernstudium (1965-1968) am Pädagogischen Institut in Klausenburg wurde dieser Fachschullehrer und war an der Billeder Berufsschule bis zur Aussiedlung tätig.

Gern erinnern sich die Billeder an die großen Schwabenbälle Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre, die er mitorganisiert hat als Ausdruck des schwäbischen Selbstbewusstseins und der heimatlichen Traditionsverbundenheit. Diese hat er auch anlässlich der Aussiedlung in die BRD bewiesen, indem er eine Handvoll Heimaterde im Gepäck mitnahm.
In Schweinfurt mit der Familie sesshaft geworden, war Peter Krier von 1970 als Konstrukteur und Projektleiter bis zu seiner Verrentung 1992 tätig und nahm von Anfang an regen Anteil am Schicksal seiner Landsleute, schloss sich der Landsmannschaft an, verfolgte uneigennützig deren Ziele, beeindruckte durch sein überdurchschnittliches Wissen über die Geschichte und Kultur des Banats.
Bald erkannte man seine organisatorischen und rhetorischen Fähigkeiten und wählte ihn schon 1978 in den Bundesvorstand der Banater Schwaben. Hier war er Referent für Jugendarbeit, Stellvertretender Bundesvorsitzende und Geschäftsführender Bundesvorsitzende.
Zeitgleich war er viele Jahre Landesvorsitzender des Landesverbandes Bayern, ist jetzt Ehrenvorsitzender; seit 1976 Gründer und Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Schweinfurt.

Als Billeder hat er maßgeblich am organisatorischen Aufbau der Heimatgemeinschaft mitgewirkt, deren Vorsitzender er fast 3 Jahrzehnte war, zzt. Ehrenvorsitzender ist.
Vorangebracht hat er sie organisatorisch und publizistisch durch das Mitwirken an den 27 Ausgaben des Billeder Heimatblattes, der Errichtung des Billeder Kriegsopferdenkmals, dem Billeder Sippenbuch, den Heimat-Filmaufnahmen, an der Schaffung des Billeder Heimathauses in Billed und im Internet.
Aktiv mit dabei ist Peter Krier an allen Billeder Treffen in Karlsruhe im Wechsel mit dem Ulmer Treffen, bei den Schlachtfesten in Frankenthal, bei fast allen unseren Veranstaltungen hier und im Banat.

Anerkennend hat auch der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau 2002 darauf hingewiesen, dass Peter Krier sich maßgeblich am Aufbau eines bundesweiten Betreuungsnetzes für Aussiedler beteiligt und unzählige Eingliederungsseminare für diese organisiert hat, heimatpolitische Seminare, Tagungen, Kulturseminare u.a. Dazu zählen auch : die Kundgebung 1982 in Köln für die Freiheit der Banater Schwaben, 1982 die Kundgebung in München für die Ausreisefreiheit der Deutschen in Rumänien, die Solidaritätskundgebung mit den Aufständischen in Rumänien im Dezember 1989.

„Nehmt sie auf und rückt zusammen!“ ist der Titel der Abhandlung von Peter Krier zur Aufnahme der Flüchtlinge, Vertriebenen und Aussiedler in Schweinfurt, ergänzend der diesbezügliche Katalog „In Schweinfurt angekommen“, womit er einen bedeutenden Beitrag zur Integration, zum Abbau von Vorurteilen in der Gesellschaft und zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Aussiedler geleistet hat.
Er war auch der Initiator für die Gründung des Kulturverbandes der Deutschen aus dem Banat, war lange Zeit Mitorganisator der Banater in Bayern und der Bundestreffen in Ulm.

Einmalig ist sein Bemühen und sein Einsatz für das Sammeln und Organisieren der Jäger-Ausstellung in Ingolstadt und das Erstellen des entsprechenden Ausstellungs-Katalogs unter dem Titel „Hommage an Stefan Jäger“ 2012.
Auch im Bund der Vertriebenen war Peter Krier unermüdlich tätig: im Landesverband Bayern im Landesausschuss und als Mitglied im Vorstand, im Bezirksverband Unterfranken im Vorstand, im Kreisverband Schweinfurt als Kreisvorsitzender.
Dazu im Sankt Gerhardswerk, der Organisation der katholischen Donauschwaben, im Vorstand und als Stellvertretender Vorsitzende.

Wie er zu alldem Zeit findet, ist ein Wunder, zumal er seit 1989 auch Mitglied im Sozialhilfe-Ausschuss der Stadt Schweinfurt ist, zwischen 1985-1996 im Petitionsausschuss der Regierung von Unterfranken, zwischen 1986 und 1998 Mitglied im Sachausschuss 6 Ostkirche des Diözesanrats Unterfranken war.
Außerdem ist er Mitglied der CSU, des Vereins für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland, der Paneuropaunion, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge...
Seit 1985 war unser Billeder Landsmann auch Stellvertretender Vorsitzende, zwischen 2003 und 2012 Vorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben, maßgeblich beteiligt an der Organisation von Hilfssendungen ins Banat, am Aufbau der dortigen Sozialeinrichtungen, an der Errichtung und Leitung des Banater Seniorenzentrums „Josef Nischbach“ in Ingolstadt.
Er war auch Initiator und Leiter von Kulturprojekten im Banat: die Adam-Müller-Guttenbrunn-Gedenkstätte in Guttenbrunn, die banatschwäbische Abteilung im volkskundlichen Museum in Temeswar, die Dreifaltigkeitssäule, die Stefan-Jäger-Gedenk- und Begegnungsstätte in Hatzfeld, die Renovierung des Lenau-Denkmals, der Lenau-Ausstellung und des Geburtshauses von Lenau in Lenauheim.
Dankbar sind ihm die Billeder für sein Bemühen um die Einrichtung und das perfekte Funktionieren der Billeder Sozialstation, die die Fürsorge für die Hilfsbedürftigen sichert.

Angesichts dieses immensen Arbeits- und Zeitaufwands haben die Banater ihren Landsmann auch wiederholt für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet: 1994 hat Temschburg ihm das Ehrendiplom der Stadt verliehen, ebenso Hatzfeld 1996; Billeds Ehrenbürger wurde er 1996.
Doch auch bundesweit fanden seine Leistungen Anerkennung: 1991 wurde ihm die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen und 2002 auch das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, zumal er eine Persönlichkeit ist, die die Zeichen der Zeit erkennt und richtig zu interpretieren vermag, selbst Zeichen setzt, geistige Werte zu schaffen und zu bewahren versucht in unserer schnelllebigen Zeit... wie Johannes Rau in seiner Laudatio hervorhob.
Gewürdigt hat auch die Landsmannschaft der Banater Schwaben sein selbstloses Wirken im Sinne der Landsleute, indem sie ihn mit der Prinz Eugen Nadel auszeichnete; der Bund der Vertriebenen verlieh ihm 2010 die Ehrennadel in Gold.
Im Rahmen der 11. Heimattage der Banater Schwaben im Mai 2013 wurde er in der Temeswarer Oper für seine Verdienste mit der Ehrennadel in Gold als höchste Auszeichnung des Demokratischen Forums der Deutschen in Banat ausgezeichnet.

Alle übernommenen Aufgaben und Leistungen sind hier unmöglich unterzubringen, denn Peter Krier ist ebenso gern im Freundeskreis und ein Familienmensch: Kinder und Enkelkinder sind ihm neben Ehefrau Barbara das Liebste auf der Welt, für sie tut er alles, wenn er auch nicht immer zu Hause ist.
Er ist ein besonders stolzer Opa, der auch manchmal allein mit 5 Enkeln im Wohnwagen interessante Reisen unternimmt.
Was viele bei diesem Arbeitspensum víelleicht nicht vermuten: Er vollbrachte auch beachtliche bergsteigerische Leistungen, wofür er sogar mit dem „Silbernen Edelweiß“ des Deutschen Alpenvereins ausgezeinet wurde, wobei auch auf Kriers Einsatz für die Jugendausbildung und die Reinhaltung des Waldes hingewiesen wurde.
In seinem Tourenbuch stehen neben schwierigen Klettertouren im Fels eine ganze Reihe namhafter Eisgipfel in den Zentralalpen, unter ihnen 28 Viertausender wie Matterhorn, Monte Rosa, Ortler, Palü. Als seine schönste Bergtour bezeichneter er die Begehung des Bianco Grat, als schwierigste die Durchsteigung der nördlichen Eiswand der Lenzspitze.

Zum 80. Geburtstag wünschen dem vielseitig Interessierten und ehrenamtlich Tätigen alle Freunde und Landsleute von nah und fern Gesundheit (auf die er nicht genügend achtet) und weiteres Schaffen im Sinne und zum Nutzen der Banater Gemeinschaft, aber dem Gesundheitszustand gemäß.
Wir wollen Dich, Peter, noch lange als Ehrenvorsitzenden richtungsgebend an der Spitze unserer Billeder Ortsgemeinschaft wissen, denn wir sind mächtig stolz, Dich zu haben.
Dank und Gottes Segen! Du warst und bist groß und trotzdem bescheiden geblieben, Deinen Landsleuten nahe, verbunden.
Jedem Einzelnen legst Du Deinen von Thomas von Aquin übernommenen Grundsatz ans Herz: „Was du kannst, das tue!“